Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Was: Die Bundesregierung will die Schaumweinsteuer ab dem 1. Januar 2027 um 20 Prozent erhöhen, von 136 auf 163 Euro je Hektoliter.
- Je Flasche: rechnerisch rund 1,22 statt 1,02 Euro Steuer auf 0,75 Liter Sekt.
- Nicht betroffen: Stillwein und Bier.
- Nächster Termin: öffentliche Anhörung im Haushaltsausschuss des Bundestags am 12. Oktober 2026.
Sekt soll in Deutschland ab 2027 höher besteuert werden. Der Entwurf des Haushaltsbegleitgesetzes 2027 hebt die Schaumweinsteuer um 20 Prozent an; am Montag, 12. Oktober, hört der Haushaltsausschuss des Bundestags dazu Sachverständige an.
Was genau im Gesetzentwurf steht
Der Regierungsentwurf (Bundestags-Drucksache 21/7860 vom 7. September 2026) ändert das Schaumwein- und Zwischenerzeugnissteuergesetz. Der Regelsatz für Schaumwein steigt von 136 auf 163 Euro je Hektoliter. Für Schaumwein mit weniger als 6 Volumenprozent Alkohol steigt der ermäßigte Satz von 51 auf 61 Euro je Hektoliter. Im selben Paket werden auch die Alkoholsteuer und die Alkopopsteuer um jeweils 20 Prozent erhöht. Das Gesetz soll am 1. Januar 2027 in Kraft treten.
Was das für eine Flasche bedeutet
Auf eine 0,75-Liter-Flasche Sekt entfallen heute 1,02 Euro Schaumweinsteuer. Mit dem neuen Satz wären es rund 1,22 Euro, also etwa 20 Cent mehr. Ob und wie stark Kellereien und Handel das an der Kasse weitergeben, legt das Gesetz nicht fest. Weil die Mehrwertsteuer auf den Verkaufspreis berechnet wird, fällt sie auf einen höheren Betrag an, wenn der Aufschlag weitergereicht wird.
Auch Portwein und Sherry wären betroffen
Dieselbe Änderung trifft Zwischenerzeugnisse, also verstärkte Weine wie Portwein, Sherry oder Madeira. Ihr Regelsatz steigt laut Entwurf von 153 auf 184 Euro je Hektoliter. Stiller Wein bleibt in Deutschland weiterhin ohne eigene Verbrauchsteuer, und auch Bier ist von dem Paket nicht erfasst.
Wie es weitergeht
Die Bundesregierung rechnet allein bei der Schaumweinsteuer mit 65 Millionen Euro Mehreinnahmen im Jahr, für 2027 mit 55 Millionen Euro. Alle vier Steuererhöhungen zusammen sollen 2027 rund 455 Millionen Euro bringen. Die Anhörung am 12. Oktober läuft von 15 bis 17 Uhr und wird live auf bundestag.de übertragen. Danach berät das Parlament weiter; bis zum Beschluss können sich einzelne Regelungen noch ändern. Die Erhöhung ist also noch kein geltendes Recht.
Mehr zu zwei Rebsorten, die in Deutschland auch zu Sekt verarbeitet werden, findest du im Riesling-Guide und im Spätburgunder-Guide.
Foto: Cuvéefass von 1896 im Domkeller der Rotkäppchen Sektkellerei in Freyburg (Unstrut), zur Illustration. ErwinMeier, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Quellen: Deutscher Bundestag: Drucksache 21/7860, Entwurf eines Haushaltsbegleitgesetzes 2027; Deutscher Bundestag: Anhörung am 12. Oktober 2026; Hogapage: Alkoholsteuer vor Erhöhung. Geprüft am 7. Oktober 2026.
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